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Moorschutz durch Freiwilligen Landtausch

Bodenordnung ermöglicht im Landkreis Lindau Wiedervernässung

Blick auf eine Moorlandschaft, im Hintergrund Bäume
Im Degermoos hat ein Freiwilliger Landtausch Moorschutz auf größerer Fläche ermöglicht.
© Markus Deißler, Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben

Viele Kommunen und Landkreise engagieren sich für den Erhalt von Mooren, um so etwas für den Schutz von Wasser, Klima und Lebensräumen zu tun. Eine sofortige Umsetzung von Maßnahmen ist aber oft nicht möglich, da sich die dafür notwendige Anhebung des Grundwasserpegels auch auf angrenzenden Flurstücken privater Eigentümer bemerkbar machen würde. Um diesen Schritt unbedenklich vollziehen zu können, müssen daher größere zusammenhängende Flächen zur Verfügung stehen. Obwohl viele Kommunen diese gerne erwerben würden, kommt für zahlreiche Privateigentümer ein Verkauf ihrer Moorflächen nicht in Frage, weil sie diese land- oder forstwirtschaftlich nutzen.

Eine Lösung für diesen Interessenskonflikt bietet ein Freiwilliger Landtausch (FLT). Dabei handelt es sich um ein Instrument des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) Schwaben, das es ermöglicht, dass Flurstücke nicht verkauft, sondern miteinander getauscht werden können, wenn die Eigentümer damit einverstanden sind. Das ALE vermittelt dabei zwischen den Tauschpartnern und unterstützt sie auf dem Weg zu einer gewinnbringenden Lösung für alle Beteiligten. Ursprünglich zur Verbesserung der Agrarstruktur gedacht, kommt der FLT immer häufiger auch für Zwecke des Umweltschutzes zur Anwendung.

Im Gemeindegebiet von Hergensweiler tauschte der Eigentümer einer Schlüsselfläche sein Flurstück gegen eine Fläche des BUND Naturschutz außerhalb des Schutzgebietes. Dort kann er unter trockenen Bedingungen weiter Brennholz gewinnen, während es der Regierung von Schwaben durch den Eigentümerwechsel möglich war, eine 2 Hektar große Fläche im Degermoos wieder zu vernässen. Dort regeln nun Stauwehre den Grundwasserstand, ohne private Anlieger zu beeinträchtigen.

Im Lindenberger Moos haben gleich mehrere Moorflächen den Besitzer gewechselt. Die Stadt Lindenberg kam mit einem Landwirt ins Geschäft, der seine kleinen und verstreut liegenden Moorflächen gegen eine zusammenhängende, hofnahe Grünlandfläche tauschte. Auch hier profitieren beide Seiten: Der Landwirt kann nun die in seinem Eigentum befindliche Wiese bewirtschaften, die Stadt erhält Zugriff auf einen weiteren Teil der für den Naturschutz wichtigen Moorflächen.

Moorbeauftragter Markus Deißler und seine Kollegin am ALE Schwaben, Katerina Kneißl, die dort für den Freiwilligen Landtausch verantwortlich ist, sind sich einig: „Die Option, kleinteilige und oft feuchte Moorflächen gegen trocknere, günstig gelegene und besser nutzbare Flächen zu tauschen, schafft für viele Eigentümer attraktive Zukunftsperspektiven.“

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