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Pioniere der Klimaanpassung

Schwammregion Vorderer Bayerischer Wald nimmt Fahrt auf

Team der Schwammregion: Acht Personen stehen nebeneinander in einem rustikalen Raum mit Holzwänden und hängenden Lampen
Das Team der einzigen Schwammregion in der Oberpfalz mit ALE-Behördenleiter Kurt Hillinger (3.v.l.) und Referent Prof. Karl Auerswald (4.v.r.)
© Holger Stiegler, ALE Oberpfalz

Hillinger bezeichnete die Kommunen der Schwammregion Vorderer Bayerischer Wald als „Pioniere“, die sich aktiv und rechtzeitig mit durchdachten Strategien an den Klimawandel anpassen und klimaresilient werden wollen. Außerdem seien sie Pioniere, die über Gemeindegrenzen hinausschauen, die sich zusammentun und damit Vorbild für viele weitere Regionen in Bayern werden. Drei Ziele des Aktionsprogramms „Schwammregionen in Bayern“ hob Hillinger hervor: Rückhalt bei Starkregenereignissen schaffen, Speicherung für Trockenzeiten ermöglichen sowie Siedlungen und Fluren wassersensibler planen. „Die Beweggründe für das Aktionsprogramm liegen auf der Hand. Denn die Auswirkungen des Klimawandels sind deutlich zu spüren“, sagte Hillinger und verwies auf längere Trockenperioden im Sommer, trockenere Winter, zunehmende Hitze und immer häufigere lokale Starkregenereignisse, die Überschwemmungsrisiken bergen und Überflutungen nach sich ziehen. „Darauf müssen wir reagieren – und zwar klug, lokal und vernetzt!“

 Niemand könne die Herkulesaufgabe einer klimaresilienten regionalen Entwicklung allein bewältigen, so der Behördenleiter. Ein gemeinsames Handeln sei geboten und essenziell. „Klimawandel betrifft uns alle - Gemeinden, Landwirte und Bürger gleichermaßen. Insofern muss auch das Anpassen an die Herausforderungen gemeinsam und aufeinander abgestimmt erfolgen“, betonte Hillinger. Er ergänzte, dass es keiner Großprojekte brauche, denn auch viele passgenaue Einzelmaßnahmen könnten zum Erfolg einer Schwammregion beitragen. „Die Verwaltung für Ländliche Entwicklung begleitet die Kommunen und Menschen im ländlichen Raum mit ihren Initiativen und Instrumenten auf ihrem Weg zu einer klimaresilienten Region“, sagte Hillinger.

 Prof. Karl Auerswald stellte sein Referat unter das Motto „Acker, Asphalt, Atmosphäre – Hochwasserentstehung im ländlichen Raum“. Er warnte davor, sich bei der Suche nach den Ursachen für die Zunahme von Überflutungen und Trockenheiten auf den CO2-getriebenen Klimawandel zu fokussieren. Denn einen Einfluss habe auch der landnutzungsgetriebene Klimawandel. So seien Böden zunehmend trockengelegt, versiegelt und durch den Einsatz immer größerer Maschinen in der Landwirtschaft verdichtet worden. „Die Versiegelung ist ein Problem des ländlichen Raums, nicht der Großstadt“, sagte Auerswald. Wenn durch den CO2-getriebenen Klimawandel die Wassermengen bei Regen zunehmen, dann habe das bei einem verdichteten oder versiegelten Boden fatale Folgen. „Dann verstärken sich der CO2-getriebene und der landnutzungsgetriebene Klimawandel in ihren Wirkungen“, stellte Auerswald fest. Sein dringender Appell war deswegen, wo es geht, Verdichtungen, Versiegelungen und Drainagen rückgängig zu machen – und vor allem künftig darauf zu verzichten.

 Schwammregion-Managerin Tina Heigl und Thomas Schwarz, Geschäftsführer des Planungsbüros Landimpuls, zeigten in ihren Ausführungen auf, wo in der Region bereits Maßnahmen umgesetzt werden beziehungsweise, wo es Ansatzpunkte für weitere Projekte gibt. 

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