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Wie bewerten Jugendliche ihre Gemeinde?

Rohrbach an der Ilm beteiligt Jugendliche mit der online-Befragung LE.NA

Jugendbeteiligung
Welche Bedürfnisse haben Jugendliche in ihrer Gemeinde?
© Pixabay
Online-Befragung für Jugendliche
Um möglichst viele Sichtweisen von BürgerInnen in die Erarbeitung des Gemeindeentwicklungskonzepts einbinden zu können, entscheid sich die Gemeinde für die Durchführung der online-Bürgerbefragung LE.NA. Schnell zeigte sich aber, dass die geplanten Fragen die Lebenswelt die Jugendlichen zu wenig abbildeten.
Die Gemeinde und das zuständige Planungsbüro entwickelten daher einen eigenen Fragebogen für Jugendliche. Dieser umfasst 13 Fragen, die speziell auf die Bedürfnisse der Jugendlichen ausgerichtet sind.
Neben Freizeitangeboten wurden dabei auch die Themen wie Klimaschutz, Mobilität oder Wohnen und Arbeiten abgefragt. So konnten die Jugendlichen z.B. bewerten, ob es in der Gemeinde attraktive Ausbildungs- und Arbeitsplätze für sie gibt, ob die Gemeinde genug auf Klimaschutz achtet, oder ob sie unabhängig von ihren Eltern mobil sein können.

Ablauf und Ergebnisse der Befragung
Anfang des Jahres war es dann so weit. Mittels eines Links oder QR-Codes konnte die Befragung aufgerufen werden. Die Teilnahmerzahlen sind erfreulich: 66 Jugendliche haben an der Befragung teilgenommen und 762 Stimmen und 109 Kommentare abgegeben.
Es zeigte sich, dass der überwiegende Teil der Jugendlichen gerne in Rohrbach lebt sich auch in Zukunft vorstellen könnten im Ort oder der näheren Umgebung zu leben – ihren Arbeits- oder Ausbildungsplatz sehen die meisten Befragten allerdings nicht in der Gemeinde.
Als wichtig stuften die Jugendliche durchgehend das Thema Klimaschutz ein und wünschen sich einen stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien in ihrer Gemeinde. Ein wichtiges Ergebnis, findet die zuständige Planerin Beate Lang (Planungsbüro Hummel | Kraus GbR in München): „Es war für uns interessant zu sehen, was für eine hohe Bedeutung die Jugendlichen dem Thema Klimaschutz beimessen. Dies verdeutlicht noch mehr, dass auch in der Gemeindeentwicklung stärker auf Nachhaltigkeit geachtet werden muss."
Kritisch wurden die Freizeit- und Treffmöglichkeiten bewertet, was folgende Aussage verdeutlicht: „Ich bin 13 Jahre, ich weiß nicht, wo wir uns treffen können. Gibt doch nichts hier außer Bushaltestellen, Tankstellen oder den Supermarktparkplatz. Wo sollen wir denn hin???“
Verbesserungsvorschläge hatte die Jugendlichen Viele: Beispielsweise das Sportangebot ausbauen mit Tischtennisplatten, Basketballkörben und einem Skatepark oder spezielle Events anbieten wie z.B. eine Jugenddisco oder einem Kinoabend.
Rund ein Viertel der Befragungsteilnehmer würden sich gerne weiter in die Gemeindepolitik einbringen und ihre Interessen vertreten.
Bürgermeister Christian Keck ist auf jeden Fall zufrieden mit den Ergebnissen: „Ich freu mich sehr darüber, dass sich unsere Jugendlichen so viele Gedanken gemacht haben und so viele Anregungen eingebracht haben. Die Befragung würde ich so auf jeden Fall wieder machen“.

Wie geht’s weiter
Die Ergebnisse fließen zusammen mit den Bewertungen aus der Erwachsenenbefragung in das Gemeindeentwicklungskonzept ein. Darüber hinaus sind aber auch weitere Formate speziell für die Einbindung der Jugendlichen geplant, um die Ergebnisse zu vertiefen. „Denkbar wäre z.B. ein Grillevent mit Diskussion der Ergebnisse“ so Bürgermeister Keck. Auch Beate Lang (Planungsbüro Hummel | Kraus GbR in München) bestätigt, dass das Thema Jugendbeteiligung in der Gemeindeentwicklung weiter ausgebaut wird: “Wir haben aus der Befragung gelernt, dass die Jugendlichen sich mehr Mitbestimmung in der Gemeindepolitik wünschen. Das zeigt auch die hohe Beteiligung bei der Befragung. Wir werden deshalb auch in künftigen Formaten darauf achten, sie in den Planungsprozess einzubeziehen.”


Weitere Informationen zu LE.NA finden sie auf der Website der Online-Befragung: http://lena.infoportal-land.de/

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