Reisemobiltourismus ist längst mehr als ein Trend.
Wer heute unterwegs ist, sucht Flexibilität, Naturerlebnis und gut organisierte Angebote vor Ort. Die Region Fränkische Schweiz reagiert darauf mit einer klaren Idee: Aus vielen einzelnen Stellplätzen soll ein starkes Netzwerk entstehen.
Mit der "Qualitätsoffensive Reisemobiltourismus – Umsetzungsbegleitung für ein Wohnmobilstellplatzkonzept" entwickelt die Fränkische Schweiz ein Modell, das kleinere, verstreute Stellplätze zu einem vernetzten und wiedererkennbaren Angebot zusammenführt. Ziel ist es, die Infrastruktur zu verbessern, Besucher gezielt zu lenken und die regionale Wertschöpfung zu stärken.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Zahl der Plätze, sondern ihre Qualität. Eine einheitliche Gestaltung, bessere Orientierung und eine abgestimmte Infrastruktur sorgen dafür, dass sich Reisemobilgäste schnell zurechtfinden und sich zugleich willkommen fühlen. So wird der Stellplatz selbst zum Teil des Reiseerlebnisses.
Die wichtigsten Bausteine
- Willkommenskultur statt Verbotsschilder: Informations‑ und Sensibilisierungsangebote für naturverträgliches Verhalten.
- Einheitliche Beschilderung: Ein klares Leitsystem erleichtert die Orientierung.
- Digitale Vernetzung: Registrierung, Abrechnung und Buchbarkeit sollen über Apps und Portale unterstützt werden.
- Beratung & Coaching: Unterstützung für Kommunen, Landwirte, Gastgeber und Betreiber.
- Thementouren: Angebote zu Genuss, Burgen oder Wandern lenken Gäste gezielt in die Region.
Das Netzwerk dahinter
- Umgesetzt wird das Modell in der ILE "Fränkische Schweiz AKTIV" sowie in den beiden ILEs "Rund um die Neubürg" und "Wirtschaftsband A9". Gemeinsam stehen sie für insgesamt 35 Mitgliedskommunen.
- Zu den Partnern gehören unter anderem der Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura, die Tourismuszentrale Fränkische Schweiz, die Bauämter und Wirtschaftsförderungen der Landratsämter sowie die Öko-Modellregion Fränkische Schweiz.
- Begleitet wird das Projekt von Corinna Brauer, Philipp Herrmann und Michael Breitenfelder, die als ILE-Umsetzungsbegleitungen die Projektrealisierung fachlich und organisatorisch unterstützen.
Mehr als ein Einzelprojekt
- Der Qualitätsoffensive ging bereits ein Konzept zur Förderung und Lenkung des Wohnmobiltourismus voraus.
- Durch das Regionalbudget zur Förderung von Kleinprojekten der ILEs wurden außerdem investive Maßnahmen zur Qualitätssteigerung von Stellplätzen unterstützt, etwa durch die Installation von Ladesäulen.
- Ergänzend hat das Regionalmanagement einen Umsetzungsleitfaden für kommunale und private Akteure entwickelt und berät das AELF bei der konzeptionellen Fachplanung von Stellplätzen im landwirtschaftlichen Bereich.
- Auch kommunikativ ist das Projekt breit aufgestellt: Mit regelmäßigen Auftritten auf Tourismusfachmessen in Deutschland und Österreich wird die Region Fränkische Schweiz als Best-Practice-Beispiel sichtbar gemacht.
- Gefördert wird die Qualitätsoffensive durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken mit 75 Prozent für eine Personalstelle im Zeitraum von 2023 bis 2026. Auch wirtschaftlich ist das Potenzial beachtlich: Wohnmobilgäste geben vor Ort im Schnitt rund 50 Euro pro Person und Tag aus.
So entsteht Schritt für Schritt ein regionales Netzwerk, das Reisemobiltourismus strukturiert, die Region sichtbarer macht und die Fränkische Schweiz als attraktive Destination stärkt.
➡️ Mehr Informationen unter ILE Fränkische Schweiz AKTIV