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1084 bewilligte Streuobst-Bäume

ILE Holzland-Inntal erzielt mit Projekt bayernweiten Vorbildcharakter

Eine Gruppe von Personen (Erwachsene und Kinder) halten die große rote Zahl 1084 hoch.
1.084 Bäume wurden für die ILE Holzland-Inntal bewilligt. Neben den Bürgermeistern der ILE-Kommunen (mi.) kamen auch Vertreter der Ämter für Ländliche Entwicklung (re.) sowie der Kreisfachberater, die Gartenbauvereine und die Partner-Baumschule des Projektes (li.). Symbolisch für das „Verwurzelt-Sein“ in der Region und das gemeinsame Wachsen unterstützten die Kinder des St. Antonius Kindergartens in Perach mit dem Halten der großen Zahlen.
© Jeremias Kanz, Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern

„1.084 Bäume, das ist ein wirklich tolles Ergebnis“, so der Tenor der Verantwortlichen des Projektes. "Das Besondere an dem Projekt ‚Streuobst für alle – verwurzelt in der ILE Holzland-Inntal‘ ist, dass es den Streuobstpakt und die dahinterstehende 100%-ige Förderung von Streuobstbäumen für unsere Bürgerinnen und Bürger leicht zugänglich macht, die Pflanzung von Bäumen auch in Privatgärten ermöglicht und wir den Bewerbern fachliche Unterstützung auf lokaler Ebene bieten“, so Stephanie Lambert, Umsetzungsmanagerin der ILE Holzland-Inntal und Initiatorin der Aktion.

Das Konzept

Neben der Organisation, Information, Umsetzung, Abwicklung, und Verteilung der Bäume stemmt die ILE Holzland-Inntal auch die Zwischenfinanzierung, die die acht beteiligten Gemeinden Erlbach, Geratskirchen, Markt Marktl, Perach, Pleiskirchen, Reischach, Stammham und Winhöring für ihre Bürgerinnen und Bürger jeweils komplett übernehmen.  „Wir haben gut vier Monate geplant und Abstimmungsgespräche geführt, bevor es im März losging“, erzählt die Umsetzungsbegleiterin. So habe man sich nicht nur mit den Ämtern für Ländliche Entwicklung (ALE) sondern insbesondere auch mit dem Gartenbau-Kreisfachberater des Landkreises Altötting sowie dem Altöttinger Landschaftspflegeverband und den Gartenbauvereinen intensiv ausgetauscht. „Wir haben zugehört und ausgelotet, was den Facheinrichtungen und Experten besonders wichtig ist und welche Förderungen es bereits in diesem Bereich gibt. Natürlich war auch wichtig, welche Sorten für unsere Region in Frage kommen. Dafür haben wir uns an den Vorgaben des Bayerischen Landesgartenbauvereins orientiert und die Liste dann für uns angepasst“, so Lambert. Entsprechend all der vorhandenen Informationen und Gespräche habe das Konzept für das ILE-Streuobst Projekt immer mehr Gestalt angenommen.

Diese Vorgehensweise sei auch der Grund dafür, weshalb sich die aktuellen Förderprogramme für Streuobstwiesen, etwa des KULAP (Anm.: Kulturlandschaftsprogramm), nun hervorragend ergänzten und nicht gegenseitig konkurrieren würden. „Mit einem leicht verständlichen Bewerbungsbogen konnte sich jeder mit Wohnort oder Grundstück innerhalb der ILE-Gemeinden unkompliziert um jeweils bis zu sechs Streuobstbäume bewerben. Dabei wurden 60 Sorten zur Auswahl angeboten. Gleichzeitig haben wir in Veranstaltungen vor Ort informiert und telefonisch beraten.“ Gut 180 Zuhörer habe man bei den Infoveranstaltungen erreicht, mehr als 70 individuelle Beratungsgespräche alleine bei der ILE geführt und noch einmal so viele schriftliche Anfragen beantwortet.

Grundgedanke der interkommunalen Zusammenarbeit

„Das Ziel der ILE-Gemeinden ist es, mit dem Streuobstprojekt nicht nur die Biodiversität in unserer Region zu steigern, sondern auch die Bürger direkt zu erreichen. Im Sinne des Grundgedankens der ILE war es uns auch wichtig, dass sich die Akteure in der Region kennenlernen und intensiv austauschen.“ So arbeite man hier nicht nur interkommunal zusammen, sondern sogar landkreis- und bezirksübergreifend.

Symbolische Übergabe der 1084 bewilligten Bäume

Zur symbolischen Übergabe der Bewilligungen kamen daher viele Akteure des Projekts. Susanne Huber, stellvertretende Leiterin des Sachgebiets Landespflege am ALE Oberbayern, unterstrich den bayernweiten Vorbildcharakter des Projektes und die wichtige Funktion der Integrierten Ländlichen Entwicklung: „Die ILE ist für uns ein wichtiges Instrument, ein Multiplikator, um unsere Landschaftspflegemaßnahmen in der Fläche auszurollen. Daher fördern wir sie auch intensiv.“ Streuobstbäume leisteten nicht nur einen Beitrag zur Biodiversität, sondern auch etwas für die regionale Identität und das kulturhistorische Landschaftsbild. „Und so wie die ILE Holzland-Inntal das angeht, durch die Kooperation vieler Beteiligter, auch sehr viel für die Gemeinschaft und den Zusammenhalt in der ILE.“

Der Kreisfachfachberater für Gartenbau des Landkreises Altötting, Andreas Baumgartner, zollte dem Projekt, an dem er intensiv mitgewirkt hatte, ebenfalls großen Respekt. Er verwies aber auch darauf, dass die Pflege der Bäume nicht in den Hintergrund rücken dürfe und Wert auf den Erhalt der Obstbäume gelegt werden müsse. Das bringe durchaus Arbeit mit sich. Hierfür müssten in den kommenden Jahren die Angebote ausgeweitet werden, aber auch daran werde bereits gearbeitet. Die ILE-Gemeinden bedankten sich bei allen Mitwirkenden und Unterstützern, besonders bei den Gartenbauvereinen: „Ohne euer aktives Engagement wäre die Logistik und die flächendeckende fachliche Begleitung für das Projekt schlichtweg nicht möglich.“

Vorzeigeprojekt auch über die Region hinaus

Dass das Projekt der ILE ein Erfolg ist, zeigt nicht nur die große Beteiligung. Das Konzept habe bereits die Aufmerksamkeit anderer ILEs, Kommunen und Vereine erregt und für Nachfrage gesorgt. Die nächste große Herausforderung werde jetzt die Logistik für die Verteilung der Streuobstware. „Am letzten Samstag im Oktober geben wir die 1.084 Bäume aus“, erklärt die Umsetzungsmanagerin. Das Logistikkonzept dafür sei im Groben schon mal abgestimmt. „Da wird’s dann nochmal spannend!“

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